Dauergrabpflege

Dauergrabpflege

Was ist Dauergrabpflege?

Der Begriff Dauergrabpflege bezeichnet das Angebot für die langjährige Betreuung einer bereits bestehenden oder zukünftigen Grabstelle durch eine Friedhofsgärtnerei.

Dieser Service wird von rund 4500 Fachbetrieben, die bundesweit in 26 Treuhandstellen für Dauergrabpflege oder Friedhofsgärtner- Genossenschaften

zusammengeschlossen sind, durchgeführt.

Dauergrabpflege – Verträge werden für eine feste Laufzeit abgeschlossen, während der ein Grab in einem festgelegten Leistungsumfang von einem Friedhofsgärtner fachgerecht gepflegt und bepflanzt wird.

Alle gewünschten Leistungen können individuell mit dem Friedhofsgärtner abgestimmt und detailliert im Vertrag festgehalten werden.

(Umfang der Pflegetätigkeiten, Bepflanzung etc.)

Wie lange läuft ein Dauergrabpflegevertrag?

Die Mindestlaufzeit sollte sinnvollerweise fünf Jahre betragen, die maximale Laufzeit richtet sich nach den geltenden Grabnutzungsrechten des jeweiligen Friedhofes. (Für Zeiträume unter fünf Jahren kann mit dem Friedhofsgärtner eine Jahrespflege vereinbart werden.)

Welche Leistungen können vereinbart werden?

• Trauerfloristik und Trauerdekorationen

• Provisorische Herrichtung der Grabstätte nach der Beisetzung

• Gärtnerische Anlage und Gestaltung des Grabes nach individuellen Wünschen

• Regelmäßige und fachgerechte Grabpflege (Entfernen von Unkraut, Laub,

Ästen etc.)

• Jahreszeitlich wechselnde Bepflanzungen (Frühjahr, Sommer, Herbst)

• Schmuck des Grabes mit Wintergrün und dauerhaften Gestecken

• Grabschmuck zu den Totengedenktagen bzw. persönlichen Gedenktagen

• Beseitigung von Einsenkschäden/Nachbeerdigung

• Erneuerung der gärtnerischen Anlage zu vereinbarten Zeitpunkten

• Gießpflege/Düngen

• Fachgerechter Rückschnitt von Pflanzen

• Reinigung des Grabsteines und der Einfassung

Vorteile eines Dauergrabpflege-Vertrages

Eine Dauergrabpflege kann als Vorsorgemaßnahme zu Lebzeiten abgeschlossen werden.

Im Zuge dieser Vorsorge wird ein Treuhandkonto für die Finanzierung der gewünschten Leistungen eröffnet.

Die jährlich anfallenden Zinserträge werden dem Treuhandkonto gutgeschrieben. Damit werden Kostensteigerungen aufgefangen, die sich während der Laufzeit ergeben.

Hinterbliebene werden dadurch finanziell entlastet und müssen das Grab nicht selber pflegen und bepflanzen. (je nach gewählter Leistung)

• Die Vertragslaufzeit ist frei wählbar

• Der Vertrag besteht aus einer genauen Leistungsbeschreibung und einer

Kostenaufstellung

• Die Kosten werden bei Vertragsabschluss gezahlt

• Die Treuhandstelle verwaltet die eingezahlte Vertragssumme

• Der Friedhofsgärtner erhält jährlich von der Treuhandstelle die vereinbarte

Jahrespflegesumme

• Die Angehörigen werden entlastet. Alle Details werden zu Lebzeiten

vereinbart und beglichen

• Vereinbarte Leistungen werden durch die Treuhandstelle regelmäßig

kontrolliert

• Jährliche Abrechnungen und Überweisungen entfallen

• Persönliche Wünsche können zu Lebzeiten festgelegt und von den Erben

nicht gekündigt werden

Bei Vorsorgeverträgen (Leistungsbeginn noch unbestimmt) sollte über den Auftraggeber sichergestellt sein, dass die Vertragsunterlagen von den Hinterbliebenen aufzufinden sind um die Friedhofsgärtnerei informieren zu können.

Im Dauergrabpflege- Vertrag (§8) ist der Ausschluss einer Kündigung durch die Erben genau geregelt. Demnach ist die Kündigung eines Dauergrabpflege-Vertrages durch Erben nicht möglich.

Durch eine „Letztwillige Verfügung zum Dauergrabpflege-Vertrag“ kann der Auftraggeber den ausdrücklichen Kündigungsverzicht des Vertrages unterstreichen.

Der Vertrag sieht jedoch ein Kündigungsrecht des Auftraggebers selbst vor.

Was kostet die Dauergrabpflege?

Die Pflegekosten werden von dem jeweiligen Friedhofsgärtner festgelegt und richten sich nach der Größe des zu pflegenden Grabes, dem Standort, der Laufzeit des Vertrages und dem gewünschten Leistungsumfang.

Sie werden bei Vertragsabschluss, in einer Summe, im Voraus an die Treuhandstelle gezahlt.

Diese bezahlt jährlich den Friedhofsgärtner und kontrolliert turnusmäßig die erbrachten Leistungen.

Die einmal eingezahlte Versicherungssumme reicht in der Regel über die gesamte Vertragslaufzeit und beinhaltet die vereinbarten Leistungen, so dass keine Folgekosten entstehen.

Die für die geplante Dauergrabpflege benötigte Summe kann z.B. über eine kleine Lebensversicherung, über eine Dauergrabpflege-Versicherung oder über Ratensparverträge angespart werden.

Sollte sich die wirtschaftliche Lage des Auftraggebers während der Laufzeit des Vertrages verändern, so dass er die finanzielle Unterstützung des Sozialamtes in Anspruch nimmt, darf das Sozialamt eine Kündigung des Treuhandvertrages nicht verlangen.

Das Bundessozialgericht hat hierzu ausdrücklich, sowohl den Erhalt einer zu Lebzeiten geregelten Grabpflege, als auch die grundsätzliche Verschonung einer angemessenen Bestattungsvorsorge bestätigt. (Schonvermögen, § 90 Abs.3 SGB XII BSG)

Was ist ein Treuhandvertrag?

Ein Treuhandvertrag ist ein dreiseitiger Vertrag zwischen Auftraggeber, Friedhofsgärtner und dem Treuhänder.

Bei einem Treuhandverhältnis überträgt der Auftraggeber dem Treuhänder Rechte und Pflichten, z.B. Verwaltung der eingezahlten Gelder, Bezahlung des Friedhofgärtners, Kontrolle der vereinbarten Leistungen.

Wie kommt der Dauergrabpflegevertrag zustande?

Der Auftraggeber/in bespricht mit dem Friedhofsgärtner den gewünschten Umfang der Pflegetätigkeiten (Bepflanzung etc.).

Das Ergebnis fasst der Friedhofsgärtner in einer Leistungsaufstellung zusammen.

Der Auftraggeber/in und der Friedhofsgärtner unterzeichnen den Dauergrabpflege-Treuhandvertrag und die als Anlage zum Vertrag gehörende Leistungsaufstellung.

Die Treuhandstelle für Dauergrabpflege prüft beide Dokumente zeichnet sie gegen und registriert den Vertrag.

Je eine Ausfertigung der Dokumente wird an den Auftraggeber und den Friedhofsgärtner geschickt.

Der Auftraggeber bezahlt die Vertragssumme zzgl. der im Vertrag vereinbarten Verwaltungsgebühr von 5% in einer Summe an die Treuhandgesellschaft.

Nach Eingang der kompletten Vertragssumme erhalten Auftraggeber und Friedhofsgärtner eine Bestätigung des Zahlungseingangs.

Diese Leistungsaufstellung beinhaltet:

• die jährlichen Unterhaltungskosten (z.B. Grabpflege, Saisonbepflanzungen,

Grabschmuck zu den Gedenktagen etc.)

• die einmaligen Sonderkosten (z.B. Erneuerung der gärtnerischen Anlage,

weitere Beisetzungen auf dem Grab, Einsenkschäden etc.)

Wann beginnt der Dauergrabpflegevertrag?

Die Grabpflege beginnt entweder auf Abruf durch den Auftraggeber zu einem festgelegten Datum oder erst nach dem Ableben des Auftraggebers.

Was passiert mit dem eingezahlten Treuhandvermögen?

Jede Treuhandstelle ist verpflichtet, die Vertragssumme treuhänderisch zu verwalten und die Erträge vertragsgemäß zu verwenden.

Die Treuhandgesellschaften legen das eingezahlte Kapital nach bundesweit festgelegten Richtlinien sicher an.

Die bestehenden Dauergrabpflege-Einrichtungen der Friedhofsgärtner haben sich in einer Arbeitsgemeinschaft im Zentralverband Gartenbau zusammengeschlossen und diese einheitlichen Richtlinien festgelegt.

Das eingezahlte Geld wird nach strengen Anlagerichtlinie verwaltet. Diese Anlagerichtlinien schreiben vor, dass das Treuhandvermögen nach den Grundsätzen größtmöglicher Sicherheit und bestmöglicher Verzinsung angelegt wird.

Die Verzinsung des Treuhandvermögens ist abhängig von den jeweiligen Kapitalmarktzinsen und wird jedes Jahr neu errechnet.

Die Zinserträge müssen nicht versteuert werden, da die Treuhandkonten bei dem jeweils zuständigen Finanzamt als Zweckvermögen geführt werden.

Die Anlage von Treuhandgeldern erfolgt ausschließlich in Euro und kann im Einzelnen bei der zuständigen Dauergrabpflege-Gesellschaft/Treuhandstelle erfragt werden.

Der Nachweis der Einhaltung der strengen Anlagerichtlinien ist auch Gegenstand einer jährlichen Prüfung durch eine unabhängige Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.

Die erwirtschafteten Zinsen werden dem Treuhandkonto gutgeschrieben und dienen dazu die jährlichen Preissteigerungen aufzufangen.

Falls die Ertragslage es gestattet, können Zinserträge auch für Mehr- und Zusatzleistungen verwendet werden.

Die Auszahlung an den Friedhofsgärtner wird von der Treuhandstelle jährlich aus dem Kapital zzgl. entsprechender Kostensteigerung vorgenommen.

Die Kostensteigerungen bewegen sich durchschnittlich zwischen 1% und 2% jährlich auf den Auszahlungsbetrag des Vorjahres.

Der prozentuale Kostensteigerungssatz wird jährlich vom Aufsichtsgremium neu festgelegt und orientiert sich z.B. an gestiegenen Lohn- und Materialkosten, Gebühren.

Da es sich um eine jährlich wiederkehrende Leistung handelt, spricht man von einem Gutschriftverfahren, und es bedarf keiner Jahresrechnung.

Eine Rechnungsstellung des Friedhofgärtners gegenüber der Treuhandstelle erfolgt nur nach Leistungserbringung der im Vertrag vereinbarten Sonderkosten z.B. Überholung der Grabstätte.

Die Bearbeitung/Verwaltung eines Dauergrabpflege-Vertrages ist mit Kosten verbunden.

Die Treuhandstelle finanziert sich durch die Erhebung einer einmaligen 5%igen Verwaltungsgebühr bei Vertragsabschluss.

Daneben fallen weitere Kosten für die Verwaltung des Treuhandvermögens und für die jährlichen Grabkontrollen an.

Verwaltungskosten dürfen ausschließlich aus den erwirtschafteten Erträgen entnommen werden.

Die Höhe der Verwaltungskostenentnahme ist auf 2% der Vertragssumme begrenzt und darf nur auf kostendeckender Basis entnommen werden.

Für jeden Dauergrabpflege-Vertrag wird ein eigenes Kapital- und Ertragskonto angelegt und geführt.

Der Auftraggeber erhält auf Wunsch hierüber eine jährliche Kontostandmitteilung, aus der die Entwicklung seines Treuhandvermögens ersichtlich ist.

Die Verträge werden digital archiviert und bei der Treuhandstelle, als auch bei der von ihnen beauftragten Bank hinterlegt, um größtmögliche Sicherheit zu gewährleisten.

Aufgaben der Treuhandstelle

Die Treuhandstelle gewährleistet die Ausführung der Grabpflege nach dem Tod.

Zu den Aufgaben der Treuhandstelle gehört die Verwaltung der Verträge und die jährlichen Bezahlung des beauftragten Friedhofgärtners.

Eine weitere Aufgabe der Treuhandstelle ist die Grabpflegekontrolle.

Ein sachkundiger Mitarbeiter kontrolliert jede Vertragsgrabstätte mindestens einmal im Jahr.

Hierbei wird überprüft, ob die Grabstätte in ordnungsgemäß gepflegtem Zustand ist und ob die im Vertrag vereinbarten Leistungen erbracht wurden.

Sollten Mängel festgestellt werden, wird die Friedhofsgärtnerei zur Beseitigung des Mangels aufgefordert.

Ggf. führt die Treuhandstelle zusätzliche Sonderkontrollen durch

Auch die Übertragung der gärtnerischen Tätigkeit (z.B. wegen Betriebsaufgabe) an einen kompetenten Nachfolger, der die fachlichen Voraussetzungen erfüllt und die vertraglichen Verpflichtungen mit allen Rechten und Pflichten übernimmt, wird von der Treuhandstelle geregelt.

Dadurch wird dem Auftraggeber gegenüber gewährleistet, dass die im Vertrag festgehaltenen Pflegezeiträume und Leistungen eingehalten werden.

Bei Insolvenz einer Treuhandstelle ist das Treuhandvermögen nicht betroffen,

da es getrennt von den Geschäftskonten der Treuhandstelle verwaltet wird.

Die Beratung konzentriert sich für eine Treuhandstelle der Deutschen Dauergrabpflegegesellschaft ursprünglich auf die Sicherung der Grabpflege.

Sie bietet aber auch umfassende Informationen zum Thema

• Persönliche Vorsorge

• Bestattungsvorsorge (alle Leistungen, die im Rahmen des Trauerfalls zu

erbringen sind)

• Grabmalvorsorge (Der Steinmetz als Vertragsbetrieb der Treuhandstelle

Liefert das zu Lebzeiten vertraglich vereinbarte

Grabmal mit Grabeinfassung und Zubehör)

Bestattungs- und Grabmalvorsorge sind auch mit der Dauergrabpflegevorsorge kombinierbar.

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